Rudolf Hillmeyer

Technischer Kaufmann. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1886    † 1945

 

Lebenslauf

Rudolf Hillmeyer wurde am 20.4.1886 in Graz geboren. Er arbeitete als technischer Kaufmann und Schafzüchter. Rudolf Hillmeyer war Soldat im 1.  Weltkrieg. 1926 konvertierte er zum Judentum und trat später wieder der katholischen Kirche bei.

Todesurteil wegen "Wehrkraftzersetzung", Hinrichtung

Am 23. 11. 1944 wurde Rudolf Hillmeyer wegen "Wehrkraftzersetzung" zum Tode verurteilt. Am 23.2.1945 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte hat sich durch sein Verhalten als übler Macher politischer Gerüchte und Defätist entlarvt. Sein beharrliches Einwirken auf die anwesenden Volksgenossen machten seine Reden besonders gefährlich. Als minderwertiger geltungsbedürftiger Großsprecher, der seinen Zuhörern bedenken- und würdelos den bevorstehenden Zusammenbruch des Reiches vor Augen hielt und sie zu entsprechenden Maßnahmen aufforderte, hat er sich selbst außerhalb der Volksgemeinschaft gestellt und die Todesstrafe als diejenige Strafe verwirkt, die das Gesetz für das Verbrechen der Wehrkraftzersetzung grundsätzlich vorsieht.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizy, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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